St. Ursen-Kathedrale

Die St. Ursen-Kathedrale wurde 1762 – 1773 nach Plänen des Tessiner Architekten Gaetano Matteo Pisoni erbaut. Sie ist das wichtigste Bauwerk des Frühklassizismus in der Schweiz und zugleich der bedeutendste Bau, der je in Solothurner Kalkstein gebaut worden ist. Barocke Elemente sind der Turm und das Spiel von Licht und Schatten in der «römischen» Fassade. Der Innenraum atmet aber die Kühle des französischen Klassizismus: einfache Formen, viel Weiss; wenig Gold und zurückhaltende Farben in den Marmoraltären und Deckengemälden. Barock ist hingegen die städtebauliche Position der Kirche: ihre Fassade und die ausladende Freitreppe dominieren das Bild der Altstadt von Solothurn in geradezu «italienischer» Manier. Die Kirche steht unter dem Schutz des Bundes und des Kantons Solothurn.

STIFTS- UND PFARRKIRCHE

Schon das gotische Münster, das nach 1760 abgetragen wurde, war zugleich Stifts- und Pfarrkirche. Pfarrkirche ist auch der heutige Bau. Das St. Ursen-Stift wurde 1874 vom Kanton aufgehoben. In langwierigen Verhandlungen und Prozessen erreichte die Römisch-katholische Kirchgemeinde Solothurn, dass ihr Eigentum an der Kirche gerichtlich anerkannt wurde. Seither sorgt sie für den Unterhalt und trägt schwer an dieser Last.

KATHEDRALE

Die Bezeichnung «Bistum Basel» stammt aus den Zeiten des mittelalterlichen Fürstbistums, dessen Bischof seinen Sitz in Basel hatte. In Folge der Französischen Revolution ging das Fürstbistum unter. Im Zuge einer Neuordnung der Bistumsverhältnisse in der Schweiz wurde im Jahr 1828 ein Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und den Kantonen Solothurn, Luzern, Zug und Bern geschlossen, welches das Bistum Basel in neuen Grenzen wiederherstellte. Die übrigen sechs Bistumskantone Aargau, Thurgau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Schaffhausen und Jura traten dem Konkordat im Laufe der Zeit bei; sie sind ebenfalls Mitglieder der Diözesankonferenz. Im selben Konkordat wurde Solothurn zur neuen Residenz des Bischofs von Basel bestimmt. Als Folge davon wurde die bisherige Stifts- und Pfarrkirche St. Urs und Viktor zur Kathedrale (Bischofskirche) erhoben.